INNOVATIONSWERKSTATT
Innovationswerkstätten bilden den Rahmen für inspirierende, innovative Fachvorträge rund um das Thema Lernen. Losgelöst vom Alltagsgeschäft können neue Denkmodelle und Problemlösungsstrategien in Augenschein genommen werden.
Unsere Partner/innen erhalten neben dem fachlichen Input Raum für Vernetzung und Austausch, zum gelungenen Aufbau vertrauensvoller Kommunikationsstrukturen mit anderen Teilnehmer/innen und Referenten.
Weitere Informationen über die bisherigen Innovationswerkstätten finden Sie unter www.lnr-rtk.de, Innovationswerkstatt
Schöne neue Lernwelt – vom Belehren zum Lernbegleiten
16. Innovationswerkstatt der LERNENDEN NETZWERK REGION Rheingau-Taunus am 16. Juni 2010 im Bürgerhaus in Taunusstein-Hahn.
Christoph Burgdorff vom Leitungsteam der vhs Rheingau-Taunus begrüßt die über 50 Teilnehmenden zur 16. Innovationswerkstatt im Bürgerhaus Taunus in Taunusstein Hahn.
Nach der Vorstellung des aktuellen Standes in den beiden Projekten „Qualifizierungsoffensive Rheingau-Taunus“ und „Lernen vor Ort“ stellt Gunda Biesel das Bildungszentrum Nürnberg sowie die Referentin des Nachmittags, Eva-Maria Singer vor.
Eva-Maria Singer referiert anschließend über das neue Rollenverständnis von Pädagogen/-innen als Lernbegleitung, sie vergleicht Lernwege mit Bergwanderungen und zeigt hieran die Anforderungen an Lernbegleitung auf Input Lernbegleitung.
Um dem Thema der Innovationswerkstatt gerecht zu werden, ist der Ablauf der Veranstaltung so konzipiert, dass im weiteren Verlauf Methoden der Lernbegleitung eingesetzt werden. Entsprechend erfolgt der fachliche Input durch Eva-Maria Singer nicht nur frontal, sondern aus der Erarbeitung von Inhalten durch die Teilnehmenden und Unterstützung durch die Lehrende.
Die Teilnehmenden werden zur Lektüre von zwei verschiedenen Texten aufgefordert. Die Handouts sind auf verschiedenfarbiges Papier kopiert und enthalten praktische Folgerungen für die Weiterbildung Text A Text B. Nach der Einzellektüre finden sich jeweils zwei Lesende unterschiedlicher Thesenblätter als Tandempartner/-innen zusammen und geben sich zentrale Aspekte ihrer Texte wieder. Nach dem Prinzip des Reißverschlussverfahrens ergänzen die Teilnehmenden ihr Wissen.
Nach einer kommunikativen Kaffeepause finden sich jeweils zwei Paare zu Vierergruppen zusammen und versuchen, ihre bisherige Arbeitsweise mit den neuen Erkenntnissen nach der Lektüre und Diskussion der Texte zu verbinden. Engagiert erarbeiten die Gruppen Wandzeitungen auf denen sie ihre Ergebnisse festhalten. Ziel ist es, einen roten Faden für Lernveranstaltungen zu erarbeiten, der für unterschiedliche Arbeitsbereiche einsetzbar ist.
Nach der Fertigstellung der Wandzeitungen finden sich die Teilnehmenden wieder im Plenum zusammen. Eva-Maria Singer spricht zentrale Aussagen auf den im Raum aufgehängten Wandzeitungen an und beantwortet zum Abschluss Fragen der Teilnehmer/-innen.
Fotoprotokoll der Veranstaltung und Wandzeitungen
Altes Hirn - was heißt das schon? Lernen über 45
15. Innovationswerkstatt der LERNENDEN NETZWERK REGION Rheingau-Taunus am 8. Oktober 2009 im Bürgerhaus Taunusstein-Hahn
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Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Volkshochschule Rheingau-Taunus, Frieder Rothenberger, und durch Geschäftsführerin Brigitte Harder, präsentierten Gunda Biesel und Ingrid Wulf die aktuellen Projekte der LERNENDEN NETZWERK REGION Rheingau-Taunus: „Qualifizierungsoffensive Rheingau-Taunus“ und „Lernen vor Ort“.
Im anschließenden Expertinnen-Input referierte Dorothee Reiners, Diplom-Psychologin am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm, vor rund 60 Zuhörer/innen die im Bereich Erwachsenenbildung aktiv sind.
Dabei schlug sie mit anschaulichen Beispielen eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis. Bei allen Lernangeboten für ältere Menschen - wobei beim Lernen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen das „Alter“ schon mit Mitte 20 beginnt - sollte auf eine gehirngerechte Didaktik geachtet werden. Dazu gehört eine Wissensvermittlung in kleinen Schritten mit vielen Wiederholungen der Lerninhalte. Auch soll bei Weiterbildungen das Erfahrungswissen der Lernenden, welches im Alter stärker ausgeprägt ist, berücksichtigt werden. Dozent/innen sollten Aussagen wie: „Jetzt vergessen sie mal alles, was sie bisher gelernt haben“ unbedingt vermeiden, denn vorhandenes Wissen kann nicht ignoriert werden.
Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass ältere Menschen eine schlechtere Stressregulation haben als Junge, gibt einen deutlichen Hinweis darauf, dass auf eine „stressfreie“ Lernatmosphäre zu achten sei – z.B. in altersheterogenen Gruppen sollten die Leistungen der Teilnehmer/innen nicht unmittelbar miteinander verglichen werden. Auch sei die Motivation älterer Lernender oft eine andere. Junge Menschen verbesserten ihre Qualifikationen meistens aus einer karriereorientierten Perspektive, wohin gegen bei älteren Menschen der Fokus auf einem Nutzen im persönlichen Bereich liege. Älteren Menschen gehe es einer Studie zufolge darum „Spuren“ zu hinterlassen.
Im Anschluss an den Vortrag erhielten die Veranstaltungsteilnehmer/innen in einem „World Café“ die Gelegenheit Erfahrungen auszutauschen und unterschiedliche Fragestellungen zu diskutieren.
Dorothee Reiners zog abschließend folgendes Resümee:
- Erfahrungswissen berücksichtigen – Lernende zu Lehrern machen
- Gleichberechtigung – Lernenden auf Augenhöhe begegnen
- Teilnehmermotivation im Vorfeld klären
- Frontalunterricht vermeiden – „Niemand kann gelernt werden“
- Ältere brauchen keine neue Didaktik, sondern - genau wie Jüngere - gute Lernarrangements.
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